Patanjali, Autor der Yoga-Sutren, ist die Referenzquelle Nummer 1 für die meisten Yogastile heutzutage. Er untergliedert den Yoga Pfad in acht Glieder, die beachtet werden müssen um zur Erleuchtung zu gelangen.

Die Yoga Sutren wurden für spirituell Suchende geschrieben. Es ist ein Leitfaden/Erinnerung (eigentlich mündliche Lehre von Guru zu Chela) für Menschen, die sich Selbst verwirklichen wollen. Wenn man lediglich Sport machen möchte oder an „Weiterentwicklung des Bewusstseins“ nicht interssiert ist, kann man sich den Text sparen.

Gerade in der heutigen Zeit ist  Hatha Yoga/Körperebene allerdings ein sehr guter Einstieg: vom Groben zum Feinen.

 

Die 8 Glieder (Ashta-anga)

1. Yama: 5 Regeln für den Umgang mit anderen, Dont ’s

Ahimsa: Gewaltlosigkeit Satya: Wahrhaftigkeit, Authenzität Asteya: Nicht-Stehlen Brahmacharya: Energiemanagement, sexuelle Reinheit Aparigraha: Nicht-Gier

2. Niyama: 5 Regeln für den Umgang mit sich Selbst : Do’s

Shaucha: Sauberkeit Santosha: Zufriedenheit Tapas: Durchhaltevermögen Svadhyaya: Selbst-Studium Ishvara/Atma Pranidhan: Hingabe gegenüber dem wahren Selbst /göttlichen Prinzip

3. Asana: Sitz, Meditationshaltung Sutra II:46-48: sthira sukham asanam Das Asana sollte stabil und angenehm sein. Das Asana ist vollendet wenn die Anspannung losgelassen wird und man sich auf das Unendliche konzentrieren kann. Dann wird die Dualität von Körper und Geist überwunden.

4. Pranayama: Kontrolle des Prana, hauptsächlich durch Atmung. Die Atmung ist die einzige autonome Körperfunktion, die willentlich kontrollierbar ist.

5. Pratyahara: Zurückziehen der Sinne, sich von aussen nach innen wenden

6. Dharana: Konzentration*

7. Dhyan: Meditation*

8. Samadhi: absolute Ruhe, Extase, meditative Gipfelerfahrung *

„Wenn die 5 Sinne der Wahrnehmung und der Geist (mind) zur Ruhe kommen und sogar der Intellekt aufgehört hat zu funktionieren, das, sagen die Weisen, ist der höchste Zustand.“ (Katha Upanishad)

 

* Dharana, Dhyana, Samadhi werden unter Samyama zusammengefasst, da die Übergänge fliessend sind und eins aus dem anderen entstehen.